Räucherschale

Gedanken zum Räuchern 

Das Räuchern gehört wahrscheinlich zu den ältesten rituellen Praktiken der Menschheit. Geräuchert wurde zu ganz unterschiedlichen Zwecken:

Reinigungsräucherungen

Der Rauch verschiedener Pflanzen, wie der Wacholderrauch, wirkt keimtötend. So wurden schon immer Krankenzimmer damit desinfiziert, was in früherer zeit lebensrettend sein konnte.

Schutzräucherungen

Zum Zweck des Schutzes wurde geräuchert, um negative Energien, vor allem aber auch um die bösen Geister zu beseitigen.

Aromatisierungsräucherungen

Manchmal wurde der Rauch auch einfach dazu verwendet, um Kleidung und Wohnräume zu aromatisieren – um einen besseren Geruch zu erlangen.

Götternahrung

Schon sehr bald wurde das Räuchern auch als Huldigung der Götter angewandt. Der Rauch war die Nahrung der Götter, und trägt symbolisch die Gebete zu ihnen.

Ahnenräucherungen

Auch für die Ahnen wurde schon immer geräuchert. Entweder um mit ihnen in Kontakt zu treten, oder um Ihnen gute Wünsche in ihre Welt zu schicken,

Räuchern um in andere Wirklichkeiten zu gelangen

Einige Kräuter erleichtern und durch ihren Rauch den Eintritt in andere Wahrnehmungszustände. So gelangen viele Schamanen durch das Rächern in die Anderswelt, um dort mit Ihren Spirits zu arbeiten.

Wann wurde in früheren Zeiten geräuchert? 

Geräuchert wurde zu den Jahreskreisfesten, aber auch zu besonderen Ereignissen im Leben, wie Geburt, Hochzeit oder Tod. Natürlich wurde auch geräuchert, wenn Krankheiten oder Seuchen auftraten, um die Keime abzutöten.

Weit verbreitet waren auch Rächerrituale, um vorm Wetter zu schützen. So hat sich bis heute die Königskerze den Beinamen Wetterkerze erhalten, weil sie in keiner Schutzräucherung vor Gewittern fehlen darf.

Räuchern mit heimischen Kräutern

EINLEITUNG

Wenn der Duft meiner Räucherkräuter durchs Haus zieht, öffnen sich all meine Sinne, erlebe ich befreiende Reinigung, stehen mir die Tore zu anderen Welten offen, oder ich lasse den Geist der Pflanzen durch mein Haus tanzen. Ich liebe die Praktik des Räucherns und hab  in den vergangenen Jahren viel experimentiert, erfahren und mir dadurch ein breites Wissen über unsere heimischen  Räucherkräuter aneignen dürfen. Räuchern wurde zu einer Leidenschaft, die vom Herzen kommt und meine Seele erfreut. Durch die Wälder zu streifen, Kräuter zu sammeln, Wurzeln und Rinden zu ernten oder das Harz einer Fichte zu erbitten, gehört mittlerweile zu meinem Alltag und ich möchte auf diese wundervolle Tätigkeit nicht mehr verzichten.

Natürlich bin ich nicht die Einzige, die das Räuchern jetzt wieder entdeckt. Kräuter, Harze und Rinden zu verräuchern gehört wohl zu den ältesten rituellen Praktiken und zu den wichtigsten Tätigkeiten, die von Schamanen, Heilern und Hexen dieser Welt  immer schon angewendet wurden. Es wurde zu allen möglichen Gelegenheiten geräuchert. Durch Räuchernungen wurden  Raumgerüche  verbessert,  Krankheitskeime  vernichtet, um vor bösen Geistern zu schützen oder zu Festen und Ritualen.  Es wurde auch als heilige Handlung geräuchert, um mit dem Göttlichen in Kontakt zu kommen. In unserem Kulturkreis haben sich wenige Räucherbräuche erhalten. Einzig die Rauhnächte rund um Weihnachten und Neujahr sind noch bekannt und es gibt immer noch einige Bauern, die zu diesen Tagen, vor allem mit Weihrauch durch Haus und Hof gehen und durchräuchern.

Räucherkräuter  – heimisch,  exotisch – Gekauft oder gesammelt?

In Esoterikläden gibt es unzählige Räuchermischungen und Räucherkräuter zu kaufen (auch bei uns im Geschäft). Von aromatisierten Räucherstäbchen, bis hin zu indianischem Räucherwerk ist mittlerweile alles zu finden. Ich wundere mich immer wieder, warum es die meisten Menschen zur vorgefertigten Ware hinzieht, welche  zum Teil wirklich chemisch verfälscht oder eben von sehr weit her gebracht wurde. Ich selbst verwende ausschließlich selbst gesammelte, heimische Kräuter, Harze und Rinden. Wie alle Kräuterkundigen bin auch ich der Ansicht, dass die wirkungsvollsten, heilsamsten und wichtigsten Pflanzen immer in unserer Nähe wachsen. Natürlich trifft diese Tatsache auch auf die Räucherkräuter zu. Der Beifuss ist beispielsweise eines der bedeutendsten heimischen Räucherkräuter und aus der weiblich, schamanischen  Räucherkultur kaum wegzudenken. Trotzdem weiß kaum jemand, wie  Beifuss aussieht. Meistens wird er sogar als  Unkraut angesehen und achtlos übersehen. So einfach wäre es, an einem sonnigen Tag ein großes Büschel Beifuss mit nach Hause zu nehmen, und sich auf diese Weise mit ausreichend Räucherkraut für die kalte Jahreszeit einzudecken. Rund um uns herum wächst eine Fülle von wichtigen Pflanzen, die fürs Räuchern besondere Bedeutung haben. Gerade beim Räuchern möchte ich unbedingt dazu motivieren, selbst die verwendeten Bestandteile zu sammeln, zu mörsern und zu verarbeiten. Es macht unheimlich viel Spaß eine Räuchermischung selbst zu erzeugen.

Die verschiedene Räuchermethoden

Es gibt verschiedene Methoden, wie wir räuchern können. Wichtig ist, eine Methode für  zu finden, die passend ist und mit der man sich leicht tut. Ich lehnte immer alle zu künstlichen Räucherwerke ab und ehrlich gesagt mag ich auch allzu exotisches Räucherwerk nicht sehr gerne. Auch die Salpeterssäure der Räucherkohlen konnte ich nie gut riechen, deswegen begann ich schon bald, sehr natürlich und ausschließlich mit heimischen Kräutern zu räuchern.

RÄUCHERSTÄBCHEN, RÄUCHERKEGEL

Räucherstäbchen und Räucherkegel werden in einem sehr vielfältigen Sortiment im Handel angeboten. Wenn man auf gekaufte Waren zurück greifen will, sollte man auf jeden Fall darauf achten, dass die Qualität sehr gut ist, denn es werden natürlich auch billige Produkte angeboten, die künstliche Aromen und Zusatzstoffe enthalten, welche für die Gesundheit unserer Kinder nicht sehr gut sind.

RÄUCHERN MIT KOHLE

Das Verräuchern von Harzen, Kräutern und Rinden auf gekaufter Räucherkohle ist wohl die häufigste Methode, wie Menschen derzeit räuchern. Im Fachhandel können die Räucherkohlen gekauft werden. Es wird empfohlen eine feuerfeste Schale zu verwenden, in diese Räuchersand zu geben und auf diesen Sand dann die Kohle zu legen, die vorher angezündet wird und schon vollständig glosen soll,  bevor das Räucherwerk aufgelegt wird. Sobald die Kohle eine weißliche Farbe annimmt, können die Räucherbestandteile aufgelegt werden. Aufgrund der sehr heißen Kohle werden die  Kräuter auch sehr rasch „verbrennen“. Damit kein allzu starker Verbrennungsgeruch entsteht, muss man die Kräuter von der Kohle herunter schaben. Am besten mit einem kleinen Holzspatel. Harze können länger auf der Kohle liegen bleiben. Sie verbrennen nicht so rasch.

RÄUCHERN MIT SIEB

Räuchern mit einem Sieb ist eine sehr milde, alltagstaugliche, natürliche Räuchermethode. Ähnlich wie Aromalampen für ätherische Öle gibt es Räucherstöfchen auf denen oben ein feines Sieb liegt und unten ein Teelicht hinein gestellt werden kann. Das Räucherwerk wird dann auf das Sieb gegeben und verräuchert hier sehr sanft und langsam.

RÄUCHERBÜNDEL BINDEN

Räucherbündel werden im Sommer aus frischen Kräutern gebunden. Die fertig getrockneten Räucherbündel können direkt  angezündet werden und glosen dann vor sich hin.  Ich verwende für meine Räucherbündel in erster Linie Beifuss und Salbei. Diese beiden Pflanzen pflücke ich, lege sie aneinander, mische möglicherweise noch andere passende Kräuter darunter und binde sie dann mit einem natürlichen Faden zu einem Kräuterbündel zusammen.

RÄUCHERN MIT DER MUSCHEL

Dies ist meine allerliebste Form des Räucherns. Ich verwende eine Abalonen Muschel, die ich einmal in Kroatien gekauft habe. Das Räucherwerk stelle ich folgendermaßen her. Ich mörsere 1 Teil Harz (Weihrauch oder Fichtenharz) und etwa 3 Teile Kräuter. Diese Mischung wird so lange vermörsert, bis ein relativ feines Pulver entsteht. Dieses Pulver gebe ich dann in die Muschel und zünde es an. Auf diese Weise entwickelt sich relativ starker Rauch und so kann ich wirklich gut räuchern. Dies ist eine sehr natürliche Räuchermethode und vielfältig einsetzbar.

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